Auf dem Nachhauseweg gerät der fünfzehnjährige Michael Berg in eine heikle Situation. Eine Frau, Mitte Dreissig, kümmert sich um ihn. Später kommt der Junge mit einem Blumenstrauss, um sich zu bedanken. Und er kommt wieder. Hanna ist die erste Frau, die er begehrt. Eine heimliche Liebe beginnt. Doch es ist etwas Düsteres, Reizbares um Hanna. Seine Fragen, wer sie war und ist, weist sie schroff zurück. Eines Tages ist sie verschwunden. Aus Michaels Leben, nicht aus seinem Gedächtnis.
Als Jurastudent sieht er Hanna im Gerichtssaal wieder. Der junge Mann erleidet einen Schock. Er hat eine Verbrecherin geliebt. Vieles an Hannas Verhalten im Prozess ergibt keinen Reim. Bis es ihm wie Schuppen von den Augen fällt: Sie hat nicht nur eine grauenhafte Tat zu verantworten, sie hat auch ihr verzweifelt gehütetes Geheimnis. Die Vergangenheit bricht auf – die seiner Liebe und die deutsche Vergangenheit.
Michael muss erleben, dass er von beiden Vergangenheiten nicht loskommt. Eine Frauengestalt, mit der man auch als Leser nicht einfach fertig wird. Und das Dilemma einer Generation.
Da gibts die Höflichen: die kommen rein, sagen freundlich “Hallo” und “Entschuldigung bitte mal … ich hätte gern …”
Dazu gehört auch das etwa 8-jährige Mädel, das mich letztens vorm rausgehen anlächelte und meinte: “Vielen Dank, daß sie mich so freundlich bedient haben.” Da kam ich aus dem Staunen fast nicht mehr raus. Auf meine erstaunte Antwort meinte sie dann: “Nein nein, das ist gar nicht so selbstverständlich!”
Dann gibts die Ruhigen, die kaum einen Ton rauskriegen: sie entringen sich ein kurzes “Hallo” wenn ichs zuerst sage, umso eifriger teilen sie mir dann allerdings ihren Kaufwunsch mit.
Der heftigste ist der etwa 10-jährige, der noch niemals ein Wort gesprochen hat. Er kommt rein, schaut sich um, legt die Ware hin und das Geld dazu. Wenn überhaupt, entlocke ich ihm mal ein kurzes “hmmmm”, aus dem ich mir dann ein “ja” oder “nein” rausinterpretieren kann … die Situation selber sorgt ja meist für Klarheit.
Die Cleveren sollte ich auch nicht vergessen: sie kommen ständig rein und schauen was es so gibt … und gehen wieder. Später begleiten sie dann Mami oder Papi (noch praktischer sind da aber die Omis), die ihre Besorgungungen tätigen. Und dann wird mit Nachdruck so lange gequengelt, bis der Nachwuchs das lang schon ausgeguckte in Händen hält.
Ein Phänomen sind mir die Braven: sie kommen mit Eltern oder Großeltern rein, schauen sich um, drehen das Ein oder Andere auch schon mal in ihren Patschern und lassen diesen flehenden Blick in Richtung Erwachsenenbegleitung wandern … “biiiiiiiitte”.
Und nun kommt eben genau das Erstaunliche: ohne irgendein Widerwort wird brav alles wieder zurückgelegt, wenn denn so überhaupt kein “OK” kommen will.
Gestern war da ein ganz Kleiner, ich denke mal so um die 2 Jahre. Er war am Sprechen lernen und gab sich sehr große Mühe dabei. “Oma guck! Ei-ssen-baaaaaahn” *strahl* – und hielt ihr dieses Kinderheft unter die Nase. “Ei-ssen-baaaaaahn Oma” “Ei-ssen-baaaaaahn haben Oma?” Als Oma dann “nein, legs bitte wieder zurück” sagte, packte der Kleine ohne murren das Heft wieder zurück … und nicht nur irgendwohin in der langen Reihe, sondern exakt genau an die richtige Stelle. Ich habe wirklich gestaunt …
Alle diese Kiddies entlocken mir immer wieder Bewunderung und viel viel Lächeln. Mit manchen kann man sich prima unterhalten und manchmal auch regelrecht flirten, andere sind einfach nur zu schüchtern und drehen sich doch lieber weg und wieder andere kriegen den Mund gar nicht erst auf.
Aber irgendwie machen sie trotz allem Spaß und sorgen bei mir immer wieder für ein Grinsen.
AAAAAAAAAAAABER … ja jetzt kommts! Die Heulbojen: sie heulen den ganzen Laden zusammen – mit gequältem, aber tränenlosen Blick. “Ich will aber DAS!” *sirenengeheul*, mal laut, mal ein wenig leiser. Manchmal verstummen sie dann plötzlich ganz, weil irgendetwas gerade ihre volle Konzentration unterbricht. Man kann hören und sehen, wie die Heulerei leiser und leiser wird – bis zum gänzlichen Verstummen, und wie sich die Gesichtszüge langsam entspannen und der aufgerissene Mund sich langsam wieder schließt … bis die Ablenkung nicht mehr da ist oder man merkt, daß Mami langsam doch mal den Laden verlassen will. Und dann geht der Gesang der Sirenen das Geheul des Sprößlings wieder los …
DAS entlockt mir zwar auch manchmal einen Grinser … aber nicht über die Heulboje, sondern über die Eltern, die das alles sicherlich stets und ständig ertragen müssen.
Und nun entfleuchen wir mal Richtung Flohmarkt … und später gehts endlich mal wieder auf Blogtour :-)
Habt einen schönen Sonntag (hier fehlt leider zur milden Temperatur die Sonne).










