Di, 3. Jun 2008, 10:42
Jedes 6.-8. Kind ist arm.
Das ist jetzt seit einiger Zeit immer wieder zu lesen oder zu hören, und seit der Veröffentlichung der UNICEF-Armutsstudie bittere Wirklichkeit. Traurig ist das … wirklich traurig. Diese Situation ändert man nicht durch Unterstützung, sondern eher dadurch, daß die Eltern Arbeit haben oder wenigstens bekommen.
Am Wochenende las ich in der Zeitung, daß man da jetzt etwas ganz Intelligentes plant:
Kinder von Arbeitslosengeld II-Empfängern sollen Wohngeld beantragen. Im Prinzip nichts Schlechtes – aber … ja genau: ABER!
Natürlich haben die dann Einkommen und gelten damit auch nicht mehr als arm – und genau dieses Kinder-Einkommen soll den Eltern dann aber vom Hartz-IV-Regelsatz wieder abgezogen werden.
DAS FAMILIEN-EINKOMMEN BLEIBT ALSO DAMIT UNVERÄNDERT!
Was ist das nun wieder für eine Verar***e? Selbstverständlich sind die Familien genauso arm wie vorher, und selbstverständlich tauchen diese Kinder in keiner Armuts-Statistik mehr auf (ist doch toll). Man reduziert mit dieser neuen Hartz-IV-Regel die Zahl armer Kinder.
STATISTIKEN SIND ALLES! Schließlich kann man damit Bürger beruhigen, im Ausland steht man auch wieder viel besser da und aus der UNICEF-Studie kommt man auch wieder raus.
Ob nun die geschönten Zahlen bei den Arbeitslosen, oder dann bei der Kinderarmut – Hauptsache es sieht gut aus.
Und so ganz nebenbei spart der Bund dadurch auch noch eine Menge ein: Hartz-IV wird vom Bund aus Steuermitteln finanziert (das wird ja dann gekürzt), das Wohngeld für Kinder kommt nur zu etwa 80 Prozent vom Bund, den Rest tragen die Länder.
Ich finde, hier gehört mal wieder nur einer einzigen Gruppe ein Armuts-Zeugnis ausgestellt: UNSEREN DAMEN UND HERREN POLITIKERN!